Der Fachtag am 12. November "Zusammen(-halt) in Vielfalt – Gelingende Werte- und Demokratiebildung im Kontext von Flucht und Migration in der frühen Bildung" stand ganz im Zeichen der ZusammenHALTung.
ZusammenHALTung © Karl Kübel Stiftung
Vortrag Dr. Nkechi Madubuko Fachtag "Zusammen(-halt) in Vielfalt" © Karl Kübel Stiftung
Vortrag Dr. Vanessa Schwenker Fachtag "Zusammen(-halt) in Vielfalt" © Karl Kübel Stiftung
Themen-Café am Fachtag "Zusammen(-halt) in Vielfalt" © Karl Kübel Stiftung
Büchertisch mit Vielfalts-Tasche am Fachtag "Zusammen(-halt) in Vielfalt" © Karl Kübel Stiftung
Bild der Mitwirkenden des Fachtags "Zusammen(-halt) in Vielfalt" © Karl Kübel Stiftung"
Fachtag Koordinierungsstelle Vielfalt 2025 "Zusammenhalt in Vielfalt" © Karl Kübel Stiftung
Wieder einmal war das Interesse an unserem jährlichen Fachtag sehr groß. Rund 80 Fachkräfte der Beratungs- und Managementebene der frühkindlichen Bildung kamen am 12. November 2025 in der Landessportschule in Frankfurt zusammen, um sich darüber zu informieren und auszutauschen wie „Zusammen(-halt) in Vielfalt“ gelingen kann. Dabei wurden unterschiedliche Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten ko-konstruktiv in den Blick genommen und im Rahmen von Vorträgen, Workshops und Themen-Café bearbeitet.
Der erste Impulsvortrag „Erziehung zur Vielfalt – Rassismuskritische Reflexions- und Praxisansätze in der Kindertagesbetreuung“ von Dr. Nkechi Madubuko war ein gelungener Auftakt der Fachtagung. Die Autorin, Diversity-Trainerin und Rassismusforscherin setzt sich seit über 20 Jahren für Empowerment, Diversität in der Erziehung und eine rassismuskritische Praxis ein. Sie verdeutlichte in ihrem Vortrag sehr eindrücklich, welche Auswirkungen rassistisches Verhalten auf betroffene Kinder hat und wie Rassismuskritik und Empowermentorientierung dem begegnen kann.
Im zweiten Impulsvortrag „Vertrauen als Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt – Bedingungen des Vertrauensaufbaus geflüchteter Eltern gegenüber frühpädagogischen Angeboten“ richtete Dr. Vanessa Schwenker von der Leuphana Universität in Lüneburg den Blick auf das vertrauensorientierte Arbeiten mit Familien und stellte zentrale Projektergebnisse aus dem Verbundforschungsprojekt Integration durch Vertrauen vor.
Nach viel Input am Vormittag ging es für die Teilnehmenden nach einem stärkenden Mittagessen interaktiv in vier praxisnahen Workshops handlungsorientiert weiter.
Im Workshop „Sprachbarrieren überwinden - Diversitätsbewusste und inklusive Kommunikation für mehr Teilhabe in der Kindertagesbetreuung“ erarbeitete die BEP-Multiplikatorin Julia Diehl-Wadewitz von der Diehl-Wadewitz Akademie gemeinsam mit den Teilnehmenden praxisnah, wie diversitätsbewusste und inklusive Kommunikation im Sinne des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans (BEP) auf der Basis der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) gestaltet werden kann.
Dr. Vanessa Schwenker knüpfte in ihrem Workshop „Auf die Beziehung kommt es an – Vertrauensarbeit mit geflüchteten Familien gestalten“ an ihren Impulsvortrag vom Vormittag an und beschäftigte sich damit, wie Vertrauen in der Zusammenarbeit mit Familien sichtbar wird, welche Situationen es stabilisieren oder destabilisieren und wie eine vertrauensvolle Kultur auch auf Ebene von Einrichtungen gefördert werden kann. Ziel war es, Vertrauen als Praxis bewusst zu reflektieren und gemeinsam Ansätze zu entwickeln, wie Vertrauensarbeit im Team und in der Organisation nachhaltig unterstützt werden kann.
Im Workshop „Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft – Reflexionen für die Beratungspraxis der frühen Bildung“ mit Franziska Korn, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Kassel, ging es um grundlegende Fragen, wie wir Zusammenleben in der Kita gestalten wollen und wie Fachberatungen Teams in ihren Interaktionen zwischen Familien und Fachkräften diversitätssensibel, partizipativ und ko-konstruktiv begleiten können.
Besonders nachgefragt war der Workshop „Haltung zeigen und Worte finden – Vom Umgang mit rassistischem und rechtsextremem Verhalten im frühkindlichen Bildungskontext“ mit Birgit Schlathölter von der DEXT-Fachstelle Gießen (DEXT steht für: Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention). Dieser Workshop beleuchtete rassistisches und rechtsextremes Verhalten im frühkindlichen Bildungskontext und stellte mögliche Handlungsoptionen anhand des Modells „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF)“ vor. Er trug damit vor dem Hintergrund aktueller Debatten zur Stärkung demokratischer Werte und des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei.
Die praxisorientierten Workshops boten den Teilnehmenden viel Raum für Diskussionen, Austausch von Erfahrungen und Entwicklung konkreter Praxis-Ideen und Handlungsstrategien. Das anschließende Themen-Café gab den Teilnehmenden die Möglichkeit, die erarbeiteten Ergebnisse der Veranstaltung lösungsorientiert auszutauschen und zusammenzutragen.
Insgesamt war die Fachtagung eine gelungene Veranstaltung, die neben der Vermittlung von Fachwissen und der Gewinnung neuer Impulse für die Praxis auch zur besseren Vernetzung untereinander beigetragen hat.
Parallel zur Veranstaltung haben wir Ihnen auf diesen TaskCards hilfreiche Materialien zum Thema zusammengestellt.
Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und allen Teilnehmenden für die lebhaften Diskussionen, den wertschätzenden Austausch und das gemeinsame Weiterdenken auf dem Weg zu einer demokratiebildenden, diversitätsbewussten und rassismuskritischen Gestaltung der Kindertagesbetreuung in Hessen.
Ihr Team der Koordinierungsstelle „Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“